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Digitales Bordnetz für Segelboote — EmpirBus vs. CZone vs. klassische Sicherungsautomaten

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Drei Systemfamilien im Jahr 2026: klassische mechanische Sicherungsautomaten (BEP, Blue Sea, der Standard in der Freizeitschifffahrt), CZone (Navico, Integration B&G/Simrad/Mastervolt), EmpirBus (Mastervolt, vollständige MasterBus-Integration).
  • Vorteile digital switching: Verbrauchsmessung pro Verbraucher (Kühlbox, Autopilot etc.), Smartphone-Steuerung, Automatisierungsszenarien (Nacht = alles aus außer Navigation), Datenhistorie.
  • Nachteile: Materialkosten 3–5× höher, komplexe Konfiguration, Abhängigkeit von Elektronik (CPU-Ausfall = Totalausfall), Schulung für den Service erforderlich.
  • Werkstatturteil: Klassisches BEP für 70 % der Freizeitsegler 30–45 Fuß (~ 500–800 € netto installiert). CZone für Yachten ab 45 Fuß, neu ausgestattet. EmpirBus für Yachten ab 50 Fuß mit vollständigem Mastervolt-Ökosystem.
  • Budget für vollständiges digitales Bordnetz Segelyacht 45 Fuß: 4.000–8.000 € netto Material + 6–12 h Werkstattinstallation.

Das Bordnetz ist das zentrale Nervensystem der Energieverteilung an Bord. Es verteilt die Leistung auf die Stromkreise, schützt vor Kurzschlüssen und ermöglicht das Ein-/Ausschalten der Verbraucher. Die digitale Generation (CZone, EmpirBus) bietet Monitoring und Automatisierung, kostet aber 3–5× mehr. Dieser Artikel unterscheidet die Einsatzbereiche.


Die drei Bordnetz-Familien

Klassisch — mechanische Sicherungsautomaten

Freizeitschifffahrtsstandard seit den 1970ern. Magnetothermische Sicherungsautomaten (Blue Sea, BEP) auf Paneel mit Amperemeter/Volmeter. Robust, einfach, kostengünstig.

CZone — digitales Navico

Digitales Schaltnetzteil-System Navico, integriert in die B&G/Simrad/Mastervolt-Ökosysteme. Verteilte I/O-Module + zentrale Schnittstelle über Kartenplotter oder separates Display.

EmpirBus — digitales Mastervolt

Vollständiges digitales Mastervolt-System, integriert Bordnetz + Batterie-Monitoring + Gerätesteuerung. MasterBus-Architektur als proprietäres System.

Klassisches BEP — der Freizeitschifffahrtsstandard

Skysat vertreibt die BEP-Serie (Blue Sea Submarke) mit Paneelen für 6–12–24 Sicherungsautomaten:

CZone — das Navico/Mastervolt-Ökosystem

Verteilte Architektur: I/O-Module nahe den Verbrauchern + zentrale Schnittstelle auf Zeus/Vulcan-Kartenplotter oder dediziertem COI-Display.

  • COI Combination Out Interface ~ 2.410 € netto für ein Modul mit 8 steuerbaren Ausgängen.
  • I/O-Module 6/12/24-fach, ~ 800–2.500 € netto pro Stück.
  • Zentrale Schnittstelle über Zeus 3S oder separates Display.
  • Smartphone-App iOS/Android für Fernsteuerung.

EmpirBus — die vollständige MasterBus-Integration

Mastervolt-System für hochwertige Yachten mit vollständigem Mastervolt-Ökosystem (Alpha Pro Generator, MultiPlus, MLi Ultra).

  • NXT Touch-Module (integriertes Display), NXT Lighting (Beleuchtung), NXT Switching (Ausgänge).
  • Native MasterBus-Integration: Lithium-Batterie-Monitoring + Bordnetz in einer einzigen Schnittstelle.
  • Systembudget vollständig ~ 6.000–12.000 € netto für Yachten ab 50 Fuß.

Technischer Vergleich

Kriterium Klassisches BEP CZone EmpirBus
Kosten Bordnetz 12–15-fach ~ 500–800 € ~ 3.500–5.500 € ~ 6.000–9.000 €
Verbrauchsmessung pro Verbraucher Nein (globaler Shunt) Ja Ja (integriert MasterBus)
Smartphone-Steuerung Nein Ja (B&G/Simrad-App) Ja (Mastervolt-App)
Automatisierungsszenarien Nein Ja Ja
CPU-Ausfall = Totalausfall Nein (mechanisch) Ja (manueller Backup möglich) Ja
Wartung Sicherungsautomat 30 € bei Defekt Modul 800–2.500 € bei Defekt Modul 1.500–3.000 €
Zielprogramm Freizeitschifffahrt 30–45 Fuß Yacht 40–55 Fuß Yacht ab 50 Fuß Mastervolt

Werkstatturteil nach Programm

Segelboot Freizeitschifffahrt 30–45 Fuß — klassisches BEP

Skysat-Werkstattstandard. Paneel mit 12 Sicherungsautomaten (~ 500 € netto) + separates Batterie-Monitoring (BMV-712 für 215 € netto). Gesamt ~ 750 € netto installiert. Robust, einfach zu warten.

Yacht 40–55 Fuß neu mit CZone — beibehalten

Falls die Yacht vom Werftauslieferer mit CZone ausgestattet ist (Bénéteau, Jeanneau, Hanse), dieses System beibehalten und im Refitting erweitern. Migration zu klassisch bedeutet Verlust der Integration und hohen Arbeitsaufwand.

Yacht ab 50 Fuß mit Mastervolt-Ökosystem — EmpirBus

Falls Refitting mit MLi Ultra + MultiPlus + Alpha Pro, bietet EmpirBus eine perfekte Integration. Nur sinnvoll bei überwiegendem Mastervolt-Ökosystem.

Installation und Konfiguration

Werkstattregeln — Bordnetz-Installation

  1. Zugängliche Position: aufrecht stehend, auf Handhöhe, nahe dem Salon.
  2. Belüftung: 5–15 W Verlustleistung je nach aktiven Verbrauchern. Nicht in geschlossenen Schränken.
  3. Kohärente Verkabelung: strikte Farbcodierung (rot = Plus, schwarz = Minus, gelb = Masse), Beschriftung jedes Stromkreises.
  4. Dokumentation: annotiertes Stromlaufschema, Bedienungsanleitung, Notfallprozedur (Hauptbatterie trennen).

FAQ — Bordnetz

Kann man ein klassisches Bordnetz auf CZone umrüsten?

Ja, aber aufwendig. Demontage des klassischen Paneels + Installation verteilter I/O-Module + zentrale Integration + Softwarekonfiguration. Bei einer 40-Fuß-Segelyacht mit 4–6 Tagen Arbeitsaufwand und 4.000–6.000 € netto zu rechnen. Oft wenig sinnvoll im Vergleich zu einem vollständigen Winterrefitting.

Was tun, wenn ein CZone-Modul ausfällt?

CZone bietet bei einigen Modulen einen "Backup-Manual-Modus" (physischer Bypass-Schalter). Andernfalls Ersatzmodul innerhalb von 1–2 Tagen + 1.500–3.000 € netto pro Stück. Notfallplanung ist bei Abhängigkeit zu empfehlen.

Echte Energieeinsparung durch digital switching?

Ja, im Jahresverlauf. Verbrauchsmessung pro Verbraucher ermöglicht das Erkennen versteckter Verbräuche (z. B. Kühlbox mit zu häufigem Zyklus, unnötig eingeschaltete Displays über Nacht). Typische Einsparung: 15–25 % des Gesamtverbrauchs.

Ist die Smartphone-App im Alltag wirklich nützlich?

Ja in drei Fällen: (1) Ausschalten aller Verbraucher aus der Ferne nach Verlassen des Bootes, (2) Monitoring vom Kai aus zur Überprüfung des Batteriezustands im Winter, (3) einfache Automatisierung (z. B. Kühlbox 2 h vor dem Anbordgehen einschalten).

Sicherungsautomaten mit 6, 8, 12 oder 24 Ausgängen?

30-Fuß-Segelboot: 8 Ausgänge. 35–40 Fuß: 12 Ausgänge. 45+ Fuß: 16–24 Ausgänge. Immer 20 % Reserve für zukünftige Erweiterungen (z. B. zusätzliche Ausrüstung) einplanen.

Skysat vertreibt BEP, CZone und EmpirBus. Preise netto 2026 als Richtwerte für autorisierte Händler.

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