Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Küsten- und Küstennahfahrt: mechanischer B&G 213 (1 040 €, Mastspitze allein — Mastspiere und Mastkabel zusätzlich, ~+1 050 €, ohne Anzeige) oder ein drahtloses Einstiegs-Ultrasonic-Triton²-Paket (1 499 €, Sensor + 2 Anzeigen + N2K-Schnittstelle) reicht aus. Achtung: Die erste Zeile ist eine reine Komponente, die zweite ein Komplettpaket — siehe Details zu den Preisen weiter unten.
- Hochseefahrt + Überfahrt: vertikales Ultrasonic-B&G WS710 (2 043 €) oder WS720 1,1 m (2 605 €). Keine Lager zu verschleißen, maximale Salz-/UV-Beständigkeit, Zuverlässigkeit 10+ Jahre.
- Offshore-Rennen: hochfrequentes 3D-Ultrasonic — B&G WS730S Ocean spec 1,4 m (3 080 €) oder NKE 3D (Bestellung bei NKE nach Reaktivierung des Skysat-Katalogs). Messungen 10–20 Hz, Krängungs-/Kurskompensation, unverzichtbar für zielgenaue Rennoptimierung.
- Drahtlos oder kabelgebunden? Drahtlos (WS320) = Montage in 1 h, aber jährlicher Batteriewechsel. Kabelgebunden (WS310/WS710/WS720) = Montage 4–6 h (Kabel durch den Mast), aber langfristige Zuverlässigkeit und stabile N2K-Stromversorgung.
- Werkstatturteil: 60 % unserer Installationen auf Segelbooten 30–50 Fuß sind B&G WS320 drahtlos (Kreuzfahrt) oder WS710/720 kabelgebunden (Komfort-Kreuzfahrt). 100 % der Offshore-Installationen sind 3D-Ultrasonic, Marke je nach bestehendem Rechner-Ökosystem.
Der Anemometer des Segelboots ist das Instrument, das die gesamte Entscheidungsfindung in der Segelnavigation speist: Kompensation des Autopiloten im Windmodus, Berechnung der VMG, Polaren, Optimierung des Kurses am Wind. Eine ungenaue oder verzögerte Messung pflanzt sich in alle nachgelagerten Anzeigen fort. Deshalb investieren Rennsegler 3 000–5 000 € in einen Ocean-spec-Sensor, während ein Kreuzfahrboot mit einem mechanischen Sensor für 1 000 € auskommt.
Dieser Artikel unterscheidet die beiden großen technischen Familien, stellt die bei Skysat geführten Marken vor und gibt ein Werkstatturteil nach Programm. Zur NMEA-2000-Verkabelung eines Windsensors siehe unseren Artikel NMEA 2000 backbone, drops, Terminatoren.
Warum der Anemometer zählt (und mehr als man denkt)
Drei technische Anwendungen machen den Windsensor strategisch:
- Autopilot im Windmodus. Der Autopilot folgt einem scheinbaren oder wahren Windwinkel (am Wind, auf Am-Wind-Kurs, auf Vorwindkurs). Wenn der Sensor um 2 Sekunden verzögert oder eine Ungenauigkeit von ±5° aufweist, oszilliert der Autopilot ständig — unnötige Belastung + Verlust VMG + Risiko in schwerer See.
- Polaren und Leistung. Das Rennboot kennt seine Polaren (Zielgeschwindigkeit nach wahrem Wind und Winkel). Ohne präzisen und schnellen Sensor ist ein Vergleich der aktuellen Leistung mit der theoretischen Zielvorgabe unmöglich. Das trennt eine leistungsstarke Crew von einer Crew, die "macht, was geht".
- Segelwahl und Trimmung. Die Entscheidung für Großsegel/Genoa/J2/J3/Spi hängt von der wahren Windgeschwindigkeit und dem Winkel ab. Eine Messungenauigkeit von ±2 Knoten zerstört die optimale Wahl — besonders in Windübergängen (Bereich 12–15 Knoten, wo zwischen J1 und J2 bei IRC gewählt wird).
Mechanischer Anemometer — Funktionsweise, Marken, Grenzen
Die historische Technologie, seit den 1970er-Jahren auf Freizeitsegelbooten im Einsatz. Ein Schalenstern dreht sich mit dem Wind (Geschwindigkeit), eine Windfahne richtet sich zum Wind aus (Richtung). Zwei analoge Sensoren liefern die Signale an die Bordelektronik.
B&G 213 — der mechanische Kreuzfahrt-Referenzsensor
Achtung auf den Umfang: Die B&G 213 Mastspitzen-Einheit (1 040 €) ist nur die Spitze allein. Für einen funktionsfähigen Sensor müssen der Standard-Spiere 213 (480 €) und das Mastkabel 50 m (570 €) hinzugefügt werden — also ~+1 050 €, und die Anzeige ist separat zu erwerben. Entwickelt für B&G-Systeme H5000 und Triton². Genauigkeit ±1°, Geschwindigkeit bis 60 Knoten, Ausgang NMEA 0183 oder dedizierte 213-Schnittstelle. Im Vergleich zu einem Komplettpaket (z. B. Triton² WS320) liegt das Budget für den installierten Sensor ähnlich hoch, bietet aber eine mechanische Windfahne.
- Vorteile: robust (seit 30 Jahren im Hochseeeinsatz), preislich überschaubar, sofortige Ablesbarkeit (Windfahne vom Deck aus sichtbar).
- Grenzen: Lager zu verschleißen (Lebensdauer 3–5 Jahre bei intensiver Nutzung), Genauigkeit nimmt bei starkem Wind durch mechanische Turbulenzen ab, misst keine vertikale Komponente (Drehung auf dem Deck durch Dünung).
- Für wen: Segelboot 30–45 Fuß, Programm Küsten- oder Hochseefahrt ohne Wettkampf.
Ersatzteile verfügbar
- Windfahne WS300/700 Ersatz (48 €)
- Schalenstern Geschwindigkeit (31 €)
- Lager Windrichtung WS300/WS700 (83 €)
- Lager Geschwindigkeit WS300 (92 €)
Dass B&G weiterhin Ersatzteile anbietet, zeigt die tatsächliche Langlebigkeit mechanischer Sensoren bei guter Wartung — 10–15 Jahre mit Revision alle 3–5 Jahre.
Ultrasonic-Anemometer — Funktionsweise, Marken, Vorteile
Keine beweglichen Teile. Der Sensor sendet Ultraschallimpulse zwischen 2 oder 3 Paaren von Wandlern aus (je nach vertikal 2D oder 3D). Der Wind verschiebt die Ausbreitung der Wellen — die Berechnung der Laufzeit ergibt Geschwindigkeit und Richtung des Winds.
B&G WS320 drahtlos (Einstiegsmodell)
Das Triton²-Drahtlos-Paket WS320 (1 499 €) ist im Gegensatz zur 213 ein Komplettpaket: drahtloser Sensor + 2 Triton²-Anzeigen + N2K-Schnittstelle, sofort einsatzbereit. Unsere Referenz für Retrofits auf Segelbooten 30–40 Fuß, bei denen kein Kabel durch den Mast verlegt werden soll. Falls bereits Triton²-Anzeigen vorhanden sind, reicht der Sensor WS320 + N2K-Schnittstelle allein (449 €). Batterie jährlich wechselbar (WS320-Batterie = 22 €).
B&G WS310/WS710 kabelgebunden (Komfort-Kreuzfahrt)
Das Triton²-Kabel-Paket WS310 (2 028 €) und der WS710 vertikal 0,8 m (2 043 €) bieten die Zuverlässigkeit des Kabels (keine Batterie) und langfristige Stabilität. Der WS710 ist der Werkstatt-Referenzsensor für Segelboote 35–50 Fuß in der Hochseefahrt.
B&G WS720/WS720S/WS730S (Ocean-Rennen)
Die Ocean-spec-Serie — WS720 1,1 m (2 605 €), WS720S Ocean 1,05 m (2 865 €), WS730S Ocean 1,4 m (3 080 €) — ist für die Hochseerennfahrt konzipiert: optimierte Genauigkeit, hochfrequente Abtastung, native Integration mit B&G H5000-CPUs (Hydra 1 139 € oder Performance 2 899 €).
NKE Marine Electronics — der französische Rennstandard
Das NKE-System rüstet die Mehrheit der französischen Hochseerennsegler aus (IMOCA, Class40, Mini, Figaro). Der NKE-3D-Windsensor misst die vertikale Windkomponente (nützlich in Dünung, um falsche Korrekturen des Autopiloten zu vermeiden). Skysat-Katalog NKE wird derzeit reaktiviert — für ein Projektangebot kontaktieren Sie uns bitte.
Calypso (kompakter Ultrasonic)
Spanische Marke, spezialisiert auf kompakte und autonome Solar-Ultrasonic-Sensoren. Sehr beliebt bei Charterbooten und leichten Renovierungen. Wird derzeit nicht von Skysat vertrieben, ist aber eine interessante Option für spezifische Anwendungen.
3D und Lidar — Stand 2026?
Sensoren, die wirklich 3D messen, erfassen die drei Windkomponenten (vorwärts/rückwärts, links/rechts, oben/unten). Das WS720S und WS730S tun dies ebenso wie die NKE 3D. Das ist nützlich in schwerer See, wo das Boot auf drei Achsen schaukelt — ohne die vertikale Komponente kann der Autopilot eine Dünung als Windänderung interpretieren und unnötig korrigieren.
Die Lidar-Sensoren (optische Messung durch Laser-Interferometrie) bleiben 2026 der Welt des Hochleistungsrennens vorbehalten (America’s Cup, IMOCA Spitze). Sie werden nicht im Freizeitbereich angeboten — ihr Nutzen in der Kreuzfahrt ist marginal im Vergleich zum Preis (10 000–30 000 € pro Einheit).
Vergleichstabelle der wichtigsten Modelle
Preise netto 2026, autorisierter französischer Händler. Sofern nicht als „Paket“ gekennzeichnet, handelt es sich um den Sensor allein (Anzeige und Schnittstelle separat). Bei der B&G 213 beträgt der Preis von 1 040 € für die Mastspitzen-Einheit allein: Für einen installierten Sensor müssen die Spiere (480 €) + Mastkabel (570 €) hinzugefügt werden, also ~+1 050 €. Die Zeile „Anzeige inklusive“ folgt der Konvention unseres Anemometer-Vergleichers.
| Modell | Technologie | Messungen | Frequenz | Drahtlos | Genauigkeit Winkel | Preis Sensor netto |
|---|---|---|---|---|---|---|
| B&G 213 | Mechanisch | Geschwindigkeit + Richtung (2D) | 2 Hz | Nein | ±1° | 1 040 € (Spitze allein, + Spiere/Kabel ~1 050 €) |
| Anzeige inklusive | Nein (nur Sensor) | Ja im Triton²-Paket (1 499 €) | Nein (nur Sensor) | Nein (nur Sensor) | Nein (nur Sensor) | Nein (nur Sensor) |
| B&G WS320 | Ultrasonic 2D | Geschwindigkeit + Richtung | 1 Hz | Ja (Funk) | ±2° | 449 € Sensor allein (oder Triton²-Paket 1 499 €, Anzeigen inklusive) |
| B&G WS710 0,8 m | Ultrasonic 2D | Geschwindigkeit + Richtung | 5 Hz | Nein (kabelgebunden) | ±1° | 2 043 € |
| B&G WS720 1,1 m | Ultrasonic 2D | Geschwindigkeit + Richtung | 10 Hz | Nein | ±0,5° | 2 605 € |
| B&G WS720S Ocean | Ultrasonic 3D | 3D + Temperatur | 10 Hz | Nein | ±0,3° | 2 865 € |
| B&G WS730S Ocean | Ultrasonic 3D | 3D + Temperatur + Luftdruck | 20 Hz | Nein | ±0,3° | 3 080 € |
| NKE 3D HR II | Ultrasonic 3D | 3D + Temperatur | 10 Hz | Nein | ±0,3° | ~2 800 € (auf Anfrage) |
Drahtlos oder kabelgebunden: Entscheidungskriterien
Drahtlos (WS320) — wann es Sinn ergibt
- Retrofit auf Segelbooten, bei denen kein Kabel durch den Mast verlegt ist (häufig bei 8–10 m alten Booten).
- Charterboote, bei denen die Batterielebensdauer kein Problem für den Betreiber darstellt (jährlicher Wechsel im Rahmen des Kundendienstes).
- Begrenztes Montagebudget: 1–2 h vs. 4–6 h für kabelgebundene Systeme mit Mastdurchführung.
- Kein Bedarf für Abtastfrequenzen > 1 Hz.
Kabelgebunden (WS310, WS710, WS720, WS730, NKE) — wann es sich aufdrängt
- Hochseerennen, wo Frequenzen von 5–20 Hz für die Windsteuerung erforderlich sind.
- Hochseefahrt, bei der ein jährlicher Batteriewechsel des drahtlosen Sensors auf See nicht praktikabel ist.
- Segelboote ab 45+ Fuß, bei denen die Verkabelung bereits vorhanden ist (Mastdurchführung bei Neufahrzeugen ≥ 2010 üblich).
- Bedarf an Genauigkeit < 1° Winkel und < 0,5 Knoten Geschwindigkeit.
Beispiele nach Programm: Küstenfahrt → Hochseerennen
Küsten- und Wochenendfahrt (Segelboot 8–12 m)
Empfohlene Lösung: Triton²-Drahtlos-Paket WS320 (1 499 €) = drahtloser Sensor + 2 Triton²-Anzeigen + N2K-Schnittstelle, sofort einsatzbereit. Dies ist ein Komplettpaket: Nicht mit der alleinigen 213-Spitze (1 040 €) zu vergleichen, sondern mit einer installierten 213-Einheit (Spitze + Spiere + Kabel + Anzeige), die dieses Budget überschreitet, während sie mechanisch bleibt. Montage in 1 h, Batterieautonomie 12–18 Monate, Genauigkeit für Küstenfahrten mehr als ausreichend.
Hochseefahrt Komfort (Segelboot 35–50 Fuß)
Empfohlene Lösung: B&G WS710 0,8 m kabelgebunden (2 043 €) + WS310-N2K-Schnittstelle (155 €) + 2 Triton²-Anzeigen (je 462 €). Gesamt ~3 130 € Material + 6–8 h Werkstattmontage (Kabel durch den Mast). Zuverlässigkeit 10+ Jahre ohne Wartung.
Hochseerennen IRC / IMOCA Coastal (Segelboot 40–55 Fuß)
Empfohlene Lösung: B&G WS720S Ocean spec (2 865 €) + H5000-CPU Hydra (1 139 €) + Rennanzeigen wie 30/30HV (1 700 €) + Integration des Kompassrechners Precision 9 (533 €). Gesamt ~6 300 € + Montage 10–15 h.
Reines Hochseerennen (IMOCA, Class40, Mini, Figaro)
Empfohlene Lösung: NKE 3D HR II + NKE Performance-Rechner (Angebot auf Projektbasis) oder B&G WS730S Ocean (3 080 €) + H5000 Performance (2 899 €) + Integration Madintec für fortschrittliche Steuerung (siehe unseren Artikel Hydraulikzylinder vs. elektromechanisch). Gesamt ~10 000 € Material + Projekt 30–50 h.
5 häufige Installationsfehler aus der Werkstatt
Fehler bei Windsensoren — aus der Skysat-Werkstatt
- Sensor falsch zum Bootslängsachse ausgerichtet. Die 0°-Markierung des Sensors muss exakt mit dem Bug des Bootes übereinstimmen. Eine Ausrichtungsabweichung von 5° führt zu einer permanenten Verschiebung der Windrichtungsanzeige, ohne dass ein Fehler sichtbar ist — bis zur ersten Am-Wind-Fahrt, wenn die Polaren nicht mehr passen. In der Werkstatt wird die Ausrichtung per GPS + Kompass vor der Inbetriebnahme validiert.
- Sensor zu tief am Mast montiert. Der Wind ist turbulent in den oberen 20 % des Mastes (Interaktion mit Großsegel, Toppnant, Mast selbst). Der Sensor sollte immer 30–50 cm über der Mastspitze montiert werden, um sauberen Wind zu erhalten. Bei Segelbooten, bei denen die mechanische Windfahne historisch an der Mastspitze sitzt, ersetzt der Ultrasonic-Sensor diese, muss aber einige cm darüber hinausragen.
- Mastkabel parallel zu Motor- oder Winschkabeln verlegt. Das Kabel des Windsensors transportiert ein sehr empfindliches Millivolt-Signal. Eine Verlegung neben einem Kabel, das 80 A beim Start führt, induziert messbare elektrische Störungen. Signal- (Windsensor, Antenne) und Leistungskabel (Winschen, Antrieb, Starter) immer getrennt verlegen.
- Inbetriebnahme ohne Kalibrierung des Offsets. Jeder Sensor hat einen werkseitigen Offset (Nullkorrektur Richtung, Geschwindigkeitskorrektur). Nicht kalibrieren führt zu einer reduzierten Genauigkeit von ±5° statt ±1°. Die Kalibrierung dauert 10 Minuten über die Hersteller-App oder die Anzeige, wird aber oft vergessen.
- Vertikale Montage an einem nicht vertikalen Mast. Wenn das Boot krängt oder die Wantenspannung den Mast verzieht, ist der Sensor nicht mehr vertikal zum Wasserspiegel. Dies führt zu einem variablen Offset, der von der Krängung abhängt. 3D-Sensoren korrigieren dies automatisch, 2D-Sensoren nicht — bei Programmen mit starker Krängung vorausschauend planen.
FAQ — Windsensor in der Praxis
In welcher Höhe sollte der Sensor am Mast montiert werden?
Mindestens 30–50 cm über der Mastspitze, um Turbulenzen durch Großsegel und Toppnant zu vermeiden. Segelboot mit Gaffelgroßsegel (traditionelle Renncrew): bis zu 80 cm. Je höher, desto sauberer der Wind, aber desto höher die Windlast und Bruchgefahr. 50 cm ist ein guter Kompromiss für Kreuzfahrt/Rennen.
Kann man einen mechanischen Sensor durch einen Ultrasonic-Sensor ersetzen, ohne die Bordelektronik zu ändern?
Ja in 90 % der Fälle, sofern eine NMEA-2000- oder NMEA-0183-Schnittstelle an der vorhandenen Bordelektronik vorhanden ist. Der Ultrasonic-Sensor wird über eine dedizierte Schnittstelle (B&G WS310 N2K für 155 €) angeschlossen und veröffentlicht seine Daten auf dem N2K-Bus, die von allen Bildschirmen gelesen werden. Das vorhandene Mastkabel kann oft weiterverwendet werden, sofern Querschnitt und Länge passen. Vor der Bestellung mit einer Audit prüfen.
Wie viele Jahre hält ein Ultrasonic-Windsensor?
Ohne bewegliche Teile wird die Lebensdauer eines Ultrasonic-Sensors durch die Elektronik und die Dichtigkeit des Gehäuses begrenzt. Feldrückmeldungen zu B&G WS720/WS730: im Schnitt 10–15 Jahre, manchmal mehr. NKE 3D HR II: 12–18 Jahre mit einer Revision alle 5 Jahre. Der Hauptausfallgrund ist Wasser im Gehäuse (alternde Dichtung) — daher sind hochwertige Montage und die Wahl eines marin-zertifizierten IP67-Modells entscheidend.
Warum zeigt mein Windsensor mehr Wind bei hochgeholter Großsegel an?
Das ist der Venturi-Effekt. Die Großsegel erzeugt eine Zone mit beschleunigtem Wind an der Mastspitze, wo der Sensor misst. Je nach Schnitt des Großsegels, Tiefgang und Kurs beobachtet man Verstärkungen von 10–30 % beim wahren Wind. Das ist normal und bekannt — die Polaren werden unter Berücksichtigung dieses Bias berechnet. Wenn die Messung absurd wird (Verdopplung), liegt ein Sensor- oder Kalibrierfehler vor.
WS320 drahtlos — kann ich ihn von meinem Bordcomputer aus steuern?
Ja über die NMEA-2000-Schnittstelle des WS320-Pakets (449 €). Der drahtlose Sensor sendet per Funk zu einer Basisstation, die mit dem N2K-Bus verbunden ist. Der Bordcomputer (oder ein Tablet mit WLAN) liest dann die N2K-Daten über einen Router. Die Funk-Latenz beträgt im schlimmsten Fall 100–200 ms — für die Navigation unsichtbar, aber bei Rennoptimierung, wo kabelgebundene Systeme bevorzugt werden, spürbar.
Wie kalibriere ich die 0°-Richtung des Sensors nach der Installation?
B&G-Werkstattmethode: (1) Boot stilliegend, GPS fix, (2) Triton²-Anzeige Menü Windkalibrierung, (3) angezeigten Windrichtungswert notieren, (4) den Offset des Sensors so anpassen, dass er dem tatsächlichen Wind entspricht (gemessen mit Referenzanemometer oder durch Abdrift eines Wimpels). Für NKE: Toplink-App oder Multigraphic-Anzeige, Menü Windkalibrierung → Null-Offset. Immer bei ruhigem Wasser und stabilem Wind 5–15 Knoten durchführen.
Ist ein 3D-Sensor auf Hochseefahrten Pflicht?
Nicht Pflicht, aber dringend empfohlen ab 40 Fuß in schwerer See. Die vertikale Windkomponente (Pumpen in der Dünung, Beschleunigungen auf den Wellen) erzeugt Fehler bei 2D-Sensoren, die der Autopilot als Windänderungen interpretiert — Ergebnis: ständige Oszillationen in schwerer See. Der 3D-Sensor filtert dies. Auf einem 30-Fuß-Kreuzfahrboot im Sommer reicht der 2D-Ultrasonic-Sensor völlig aus.
Skysat vertreibt die Marken B&G, NKE Marine Electronics, Raymarine, Garmin und Navico. Dieser Artikel spiegelt unsere Erfahrung aus über 60 Windsensor-Installationen auf Segelbooten 2020–2026 wider, sowohl Kreuzfahrt als auch Rennen. Die Nettopreise 2026 sind Richtpreise autorisierter französischer Händler; die technischen Daten stammen aus den Hersteller-Datenblättern und Feldmessungen während der Fahrt.

