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Seekarten 2026 — Navionics+ vs C-MAP Discover X vs Garmin Navionics+

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Die Seekarte folgt dem Kartenplotter, nicht umgekehrt. Raymarine = LightHouse + Navionics+ (seit Fusion 2017). B&G/Simrad/Lowrance = C-MAP als Standard. Garmin = eigenes Garmin Navionics+. Die Wahl der Seekarte entscheidet über das Ökosystem des Kartenplotters.
  • Vergleichbare Abdeckung in europäischen Segelrevieren (Atlantik, Ärmelkanal, Mittelmeer). Geringfügige Unterschiede in skandinavischen Fjorden und der Karibik.
  • Updates 2026: Navionics+ enthält 1 Jahr Updates, danach Jahresabonnement ~ 99 € zzgl. MwSt. C-MAP Discover X enthält 2 Jahre, danach ~ 89 € zzgl. MwSt./Jahr. Garmin BlueChart g3 Vision: 1 Jahr inklusive, danach ~ 129 € zzgl. MwSt./Jahr.
  • SonarChart Live: Exklusiv für Navionics — Ihre Echolotdaten speisen automatisch die Seekarte. Für Regattasegler oder Entdecker ein signifikanter Vorteil.
  • Werkstatturteil: 80 % der Skysat-Refits 2026 folgen dem bestehenden Ökosystem. Bei einem Komplett-Refit mit freier Wahl: Navionics+ auf Raymarine = Standard für die Kreuzfahrt. C-MAP auf B&G/Simrad = Standard für Regattasegeln.

Seekarten sind kein Produkt mehr, sondern ein Service. Eine einmalig geladene SD-Karte gehört der Vergangenheit an: Heute ist das Jahresabonnement mit zweiwöchentlichen Updates, nutzergenerierten Echolotdaten, Wetteroverlay und Community-Bathymetrie der Standard. Drei europäische Anbieter teilen sich diesen Markt 2026.

Dieser Artikel unterscheidet die drei Ökosysteme (Navionics, C-MAP, Garmin Navionics+) nach dem Kartenplotter, den Sie besitzen oder kaufen möchten. Für die Wahl des Kartenplotters selbst siehe unseren Vergleich GPS-Fishfinder 9 vs 12 Zoll für Segelyachten 2026.


Der Markt für Seekarten 2026

Die Übernahme von Navionics durch Garmin 2017 hat den Markt vollständig neu strukturiert. Seitdem:

  • Navionics+ gibt es in zwei Varianten: die "offene" Version für Raymarine, Lowrance (Navico-Gruppe) und Humminbird; sowie die exklusive "Garmin Navionics+" für Garmin mit einigen Unterschieden bei den Layern.
  • C-MAP gehört seit 2007 zur Navico-Gruppe (Simrad, Lowrance, B&G). C-MAP Discover X ist das Flaggschiff-Produkt 2024+, inklusive Abonnement und Updates.
  • Garmin BlueChart g3 Vision ist die historische Garmin-Karte, die parallel zu Garmin Navionics+ für Nutzer tragbarer Garmin-GPS-Geräte verfügbar bleibt.

Navionics+ ist die native Seekarte für Raymarine Axiom, LightHouse, Lowrance und Humminbird. Auch in der kostenlosen Navionics Boating-App (mit Kauf einer Zone) verfügbar.

  • Abdeckung: 99 % aller weltweiten Segelreviere. Europakarte = ~ 99 € zzgl. MwSt.
  • SonarChart: hochauflösende Community-Bathymetrie, Nutzer-Echolotdaten werden innerhalb weniger Stunden integriert.
  • SonarChart Live: Ihr Echolot speist während der Fahrt automatisch die Karte. Ihre Passagen bereichern die Seekarte für alle Nutzer.
  • Wetteroverlay: GRIB-Integration über die Boating-App + Synchronisation mit dem Kartenplotter.
  • Kompatibel mit: Raymarine Axiom +, Lowrance HDS Live, Humminbird Helix/Solix/Apex.

C-MAP — das Ökosystem B&G/Simrad/Lowrance

C-MAP ist die historische Karte der Navico-Gruppe (B&G, Simrad, Lowrance — die Marke Lowrance bietet sowohl Navionics+ als auch C-MAP an). C-MAP Discover X ist das Flaggschiff-Produkt 2024.

  • Abdeckung: exzellent in Europa + Karibik + Mittelmeer. Europakarte Discover X = ~ 119 € zzgl. MwSt.
  • Genesis Live: C-MAPs Pendant zu SonarChart Live. Nutzer-Echolotdaten speisen automatisch die Bathymetrie.
  • Easy Routing: automatische Routenberechnung unter Berücksichtigung von Tiefgang und Hindernissen.
  • Gezeiten & Strömungen: standardmäßig integriert, jährliche Updates.
  • Kompatibel mit: B&G Vulcan/Zeus/Zeus³S, Simrad NSS/NSO, Lowrance HDS.

Garmin Navionics+ — das reine Garmin-Ökosystem

Exklusive Karte für Garmin GPSMAP, ECHOMAP, Striker. Fusion der Navionics- und Garmin BlueChart-Datenbanken seit 2018.

  • Abdeckung: 99 % weltweit, besonders reichhaltig in US-Gewässern (Erbe von BlueChart).
  • Auto Guidance+: proprietäres, automatisches Routing von Garmin — gilt als eines der präzisesten auf dem Markt.
  • Quickdraw Contours: nutzergenerierte Bathymetrie — Sie erstellen während der Fahrt eigene Karten.
  • FishEye 3D: 3D-Ansicht des Meeresbodens für Angler (wenig relevant für die Kreuzfahrt).
  • Preis: ~ 129 € zzgl. MwSt./Jahr für Europa Vision.

Technischer Vergleich

Kriterium Navionics+ C-MAP Discover X Garmin Navionics+
Preis Europakarte zzgl. MwSt. ~ 99 € ~ 119 € ~ 129 €
Updates inklusive 1 Jahr 2 Jahre 1 Jahr
Jahresabonnement zzgl. MwSt. ~ 99 € ~ 89 € ~ 129 €
Nutzer-Bathymetrie SonarChart Live Genesis Live Quickdraw Contours
Automatisches Routing Dock-to-Dock Easy Routing Auto Guidance+
Gezeiten & Strömungen Inklusive Inklusive Inklusive
Weltweite Abdeckung 99 % 99 % 99 %
Begleit-App Navionics Boating C-MAP Embark ActiveCaptain
Kompatibel mit Raymarine, Lowrance, Humminbird B&G, Simrad, Lowrance Nur Garmin
B&G Kartenplotter Zeus SR 10 — Anzeige der nativen Seekarte
B&G Kartenplotter Zeus SR 10 — Anzeige der nativen Seekarte

Werkstatturteil nach Kartenplotter-Marke

Wenn Sie einen Raymarine Axiom besitzen (60 % unserer Kunden)

Navionics+ Europa = Standard, ~ 99 € zzgl. MwSt. initial + ~ 99 € zzgl. MwSt./Jahr. Keine native Alternative. Für C-MAP müssten Sie den Kartenplotter wechseln (aufwendig).

Wenn Sie einen B&G Vulcan / Zeus / Zeus³S besitzen (25 % unserer Kunden, Regatta/Performance)

C-MAP Discover X = Standard, ~ 119 € zzgl. MwSt. initial + ~ 89 € zzgl. MwSt./Jahr. C-MAP ist besser für Regattasegeln (präzisere Wind-/Strom-Wetterlayer). Auf einigen Zeus³S-Modellen ist zusätzlich Navionics+ möglich (selten).

Wenn Sie einen Garmin GPSMAP / ECHOMAP besitzen (10 % unserer Kunden)

Garmin Navionics+ = einzige native Wahl. Auto Guidance+ ist exzellent für die Küstennavigation. Höchster Preis auf dem Markt.

Komplett-Refit 2026 — freie Wahl

Unsere Empfehlung: Raymarine Axiom + Navionics+ für vielseitige Kreuzfahrten. B&G Vulcan/Zeus + C-MAP für Regattasegeln und Performance. Garmin für Hochseeangeln und spezifische Fishfinder-Anforderungen.

Updates: Häufigkeit und Jahresbudget

Moderne Seekarten werden 4–12 Mal pro Jahr automatisch per WLAN des Kartenplotters aktualisiert:

  • Navionics+: zweiwöchentliche Updates, hauptsächlich Bojen und SonarChart.
  • C-MAP Discover X: monatliche Updates, Integration der europäischen "Notice to Mariners" (NtM).
  • Garmin Navionics+: zweiwöchentliche Updates, Integration von ActiveCaptain (Nutzerbewertungen zu Ankerplätzen/Marinas).

Realistisches Jahresbudget für Seekarten zzgl. MwSt. für eine Kreuzfahrt-Segelyacht: ~ 100 € zzgl. MwSt./Jahr, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Das entspricht 1–2 % der jährlichen Betriebskosten einer Segelyacht — eine unverzichtbare Investition in puncto Sicherheit.

FAQ — Seekarten in der Praxis

Können Papierseekarten ergänzend genutzt werden?

Ja, und in manchen Fällen sogar Pflicht. Die Division 240 schreibt für Hochseetörns (> 60 sm) die Mitführung von Papierkarten der befahrenen Zone vor (SHOM in Frankreich, NOAA in den USA). Die elektronische Seekarte ersetzt die Papierkarten nicht, sondern ergänzt sie. Bei einem Ausfall des Kartenplotters sind Papierkarten + Magnetkompass + tragbares GPS Ihre Rettung.

Kosten physische SD-Karte vs Download?

2026: Die vorinstallierte SD-Karte verschwindet zugunsten des Downloads per Abo. Die Abos (Navionics+ ~ 99 €, C-MAP Discover X ~ 119 €) beinhalten den initialen Download. Die mitgelieferte leere SD-Karte dient nur als Speichermedium.

Kann man eine Seekarte zwischen zwei Kartenplottern teilen?

Navionics+: 1 Lizenz für 1 Nutzer, max. 5 Geräte. C-MAP Discover X: 1 Lizenz pro Gerät (keine Mehrboot-Lizenz). Garmin Navionics+: 1 Lizenz pro Gerät. Praktisch bedeutet das: Planen Sie eine Lizenz pro Boot.

SonarChart Live oder Genesis Live — wer ist besser?

Beide funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Ihr Echolot speist automatisch die Community-Karte mit Ihren Passagen. SonarChart Live (Navionics) hat mehr Daten in historischen europäischen Revieren. Genesis Live (C-MAP) integriert schneller und ist leistungsfähiger in Seen und Ästuaren. Auf hoher See sind beide zu 95 % gleichwertig.

Welche SD-Kartengröße wird empfohlen?

Komplette Europakarte = 8–16 GB je nach Anbieter. Eine SD-Karte mit 32 GB oder 64 GB der Klasse 10 reicht für 5–10 Jahre Seekarten. Eine SDXC-Karte mit hoher Geschwindigkeit ist nicht nötig — die Seekarte wird punktuell gelesen, nicht gestreamt.

3 konkrete Werkstattfälle — Wahl der Seekarte

Fall 1 — Refit Sun Odyssey 410, Kreuzfahrt Mittelmeer

Gebrauchtboot 2023, Original-Kartenplotter Raymarine Axiom+ 12 mit veralteten Navionics Gold-Karten (2019). Empfehlung: Abo Navionics+ Europa Zentral/West (~ 99 € zzgl. MwSt.) + 1 Jahr Updates inklusive. Aktivierung in 15 Minuten über die Boating-App. Der Kunde bemerkte sofort die neuen Bojenmarkierungen in der spanischen Mittelmeerküste.

Fall 2 — Mini 6.50, Solo-Transat-Regatta

Vorbereitung Mini-Transat 2025. Kartenplotter B&G Vulcan 7 + Seekarte C-MAP Discover X Atlantik (~ 119 € zzgl. MwSt.). Begründung: Integration H5000 + vollständige Abdeckung Azoren/Karibik + Easy Routing unter Berücksichtigung des Tiefgangs des Mini. Skipper bestätigt: "C-MAP Genesis Live hat die Bathymetrie der Bucht von Lanzarote während meiner Vorbereitungsfahrten verfeinert."

Fall 3 — Lagoon 50 Charter, Karibik

2 Kartenplotter Garmin GPSMAP 1223xsv (Helm + Flybridge). Seekarte Garmin Navionics+ Karibik + Bahamas (~ 159 € zzgl. MwSt.). Auto Guidance+ wurde erfolgreich von nicht-professionellen Chartergästen genutzt — automatische Routenberechnung unter Berücksichtigung des Tiefgangs von 1,8 m. Zweiwöchentliche Updates über WLAN im Hafen.

Ausgeschlossene Alternativen — nicht empfohlene Lösungen

  • OpenSeaMap (Open Source): lobenswertes Community-Projekt, aber unregelmäßige Abdeckung, fehlende Bojenmarkierungen, seltene Updates. Als kostenlose Backup-Lösung auf dem Smartphone geeignet, nicht als primäre Quelle.
  • Nur SHOM-Papierkarten: gesetzlich vorgeschrieben für Hochseetörns, aber kein Ersatz für einen Kartenplotter. Kosten: ~ 25–40 € pro Karte, jährliche Updates für geänderte Zonen nötig (z. B. Mont-Saint-Michel, Nord-Bretagne).
  • NV Charts ("All-in-One" Papier + Digital): interessant für skandinavische und Balkan-Küsten. Deutlich geringere Detailtiefe als Navionics/C-MAP in den meisten Mittelmeerrevieren.
  • Alte "Lifetime"-Karten (Navionics Gold pre-2017): einige Nutzer behalten ihr lebenslanges Abo. Legal und funktional, aber Updates beschränkt auf das ursprüngliche Kartenplotter-Modell. Migration zu Navionics+ alle 5–7 Jahre empfohlen.

3 fortgeschrittene Fehler — Umgang mit Seekarten

Fehler jenseits der Basics

  1. SonarChart/Genesis Live nicht aktivieren. Ihre Echolotdaten speisen die Community-Bathymetrie = Sie profitieren im Gegenzug von den Daten anderer Nutzer. Bei einigen Kartenplottern standardmäßig deaktiviert. Vor jeder Saison in den Einstellungen aktivieren.
  2. Seekarten-Updates während der Fahrt durchführen. Das Update kann 30–60 Minuten dauern und 1–2 GB Datenvolumen über 4G verbrauchen. Immer im Hafen über kostenloses WLAN updaten, nie unterwegs per mobiler Datenverbindung (Kosten + Risiko Abbruch).
  3. Zu großes Vertrauen in das automatische Routing in Küstennähe. Dock-to-Dock und Auto Guidance+ kennen keine temporären Hindernisse (Netze, Reusen, nicht balisierte Ankerbojen). Immer die letzte Seemeile visuell auf dem Kartenplotter prüfen.

Skysat ist autorisierter Fachhändler für Raymarine, B&G, Garmin und Navico. Dieser Artikel vergleicht die Seekartenlösungen 2026 auf Basis der Händlerpreise zzgl. MwSt. Preise und Abdeckungen werden regelmäßig aktualisiert — vor der Bestellung auf den Produktseiten prüfen.

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