Das Wichtigste in 30 Sekunden
- 5-Schritte-Methode (Workshop): (1) Verbrauchserfassung 24 h pro Verbraucher, (2) Gleichzeitigkeitsfaktor 0,6–0,75 je nach Nutzung, (3) Sicherheitsmarge +30 % bei rauer See / Bewölkung, (4) nutzbare Entladetiefe (DoD) 80 %, (5) Endkapazität = Bedarf × Marge / DoD.
- Typisches 40-Fuß-Segelboot (Küstenkreuzer): Bedarf 80–110 Ah/24 h → Bruttokapazität 150–200 Ah LiFePO4. Mit durchgehendem Autopilot + Kühlbox + Starlink: 280–350 Ah.
- Hochseetransat ohne Solar: Kapazität verdoppeln. Kühlbox und Autopilot laufen 24/7, AIS bleibt aktiv, keine Landstrommöglichkeit. Für 14 Tage Autonomie: 400–600 Ah einplanen.
- Umrechnung Blei → LiFePO4: 200 Ah AGM (nutzbar 50 %) = 100 Ah nutzbar ≈ 130 Ah LiFePO4 (nutzbar 80 %). Blei-Kapazität mit 1,3 multiplizieren, um äquivalente nutzbare LiFePO4-Kapazität zu erhalten.
- Häufigster Fehler: Dimensionierung nach Durchschnittsverbrauch statt nach Spitzenlast 24 h. Eine Kühlbox, die 16 h/24 h bei 35 °C in der Mittelmeerregion läuft, verbraucht 4× mehr als die Herstellerangabe „durchschnittlicher Verbrauch".
Eine LiFePO4-Batterie für Segelyachten auszuwählen, bedeutet drei Fragen in dieser Reihenfolge zu beantworten: Wie viele Ah, welche Marke, welches BMS? 90 % aller gescheiterten Umrüstungen überspringen die erste Frage und beginnen mit der zweiten. Ergebnis: Ein zu kleiner Akku, der nach zwei Tagen Liegen leer ist, oder ein zu großer, der 80 kg mehr wiegt und 1.500 € zu teuer ist.
Dieser Artikel behandelt ausschließlich die erste Frage: Wie viele Ah für Ihr Segelboot, Ihr Programm, Ihren tatsächlichen Verbrauch. Für die Auswahl von Marke/BMS siehe unseren LiFePO4-BMS-Vergleich 2026 für Marineanwendungen. Zu den Plug-&-Play-Fallen siehe Umstieg auf LiFePO4: Warum Plug & Play ein gefährlicher Mythos ist.
Warum vor der Markenwahl dimensionieren?
Drei technische Gründe machen die vorherige Dimensionierung vor der Markenwahl unverzichtbar:
- Der Preis pro nutzbarem kWh variiert um 50 % zwischen einer Victron Smart 12,8 V 200 Ah (1.183 € für 1,6 kWh nutzbar bei 80 % DoD) und einer Victron 25,6 V 200 Ah (2.263 € für 4,1 kWh nutzbar). Ohne zu wissen, wie viele nutzbaren Ah Sie benötigen, können Sie nicht vergleichen.
- Gewicht und Abmessungen müssen in den vorhandenen Technikschacht passen. Eine MG Energy 24 V 304 Ah wiegt 49 kg und misst 545 × 290 × 230 mm — vor der Bestellung prüfen.
- Das BMS hängt vom maximalen Strom ab, der wiederum von Kapazität und Programm abhängt. Für 100 Ah nutzbar reicht ein Smart BMS CL 12-100 für 179 €. Für 400 Ah nutzbar im Hochseerennsport ist das Lynx Smart 500 für 1.019 € erforderlich.
Schritt 1 — Verbrauchserfassung 24 h pro Verbraucher
Alle 12-V-Verbraucher (und 24-V-Verbraucher bei 24-V-Bordnetz) des Bootes mit ihrem durchschnittlichen Stromverbrauch und ihrer Nutzungsdauer in 24 h unter typischen Segelbedingungen auflisten. Nicht ideal, nicht worst case — typisch.
Größenordnungen aus dem Workshop (40-Fuß-Segelboot, Küstenkreuzer 2026):
| Verbraucher | Strom 12 V (A) | Stunden / 24 h | Verbrauch 24 h (Ah) |
|---|---|---|---|
| Autopilot (ruhige See) | 1–3 A | 24 h | 24–72 Ah |
| Autopilot (raue See) | 3–6 A | 24 h | 72–144 Ah |
| Kühlbox Indel/Vitrifrigo (Küstenkreuzer) | 3–5 A (zyklisch) | 12–16 h | 36–80 Ah |
| Kühlbox bei 30 °C+ | 3–5 A (zyklisch) | 16–20 h | 48–100 Ah |
| Navigationsdisplays (1 Kartenplotter 9–12 Zoll) | 1–2 A | 12 h | 12–24 Ah |
| VHF (Wache) + AIS Klasse B | 0,3 A | 24 h | 7 Ah |
| Starlink Mini (siehe dedizierter Artikel) | 2–4 A | 8–16 h | 16–64 Ah |
| Innenbeleuchtung LED | 0,5–1 A | 4 h | 2–4 Ah |
| Wasserpumpe + Lenzpumpe | 5–8 A (zyklisch) | 0,5 h | 3–4 Ah |
| USB-Ladegerät / Laptop | 2–4 A | 4 h | 8–16 Ah |
| Wechselrichter AC (Kaffeemaschine etc.) | 8–15 A | 1 h | 8–15 Ah |
Zwei Möglichkeiten zur präzisen Messung:
- Über Datenblatt: Jeder Verbraucher gibt seinen typischen Verbrauch an. Mit den tatsächlichen Nutzungsstunden 24 h multiplizieren.
- Über Batterie-Shunt: Einen Victron BMV-712 Smart mit 500-A-Shunt am negativen Batteriepol installieren, 1–2 Wochen unter typischen Bedingungen segeln und den durchschnittlichen 24-h-Verbrauch im VictronConnect-Protokoll ablesen. Dies ist die zuverlässigste Workshop-Methode: Sie misst das Echte, nicht das Theoretische.
Schritt 2 — Gleichzeitigkeitsfaktor
Nicht alle Verbraucher laufen gleichzeitig. Der Autopilot funktioniert auf See, nicht im Liegen. Die Kühlbox arbeitet zyklisch, nicht durchgehend. Die Displays werden nachts ausgeschaltet. Der Gleichzeitigkeitsfaktor korrigiert die Brutto-Gesamtlast.
- Faktor 0,75 bei sommerlicher Küstenkreuzerfahrt (Kühlbox, Wasser, Belüftung, Displays wechseln sich ab).
- Faktor 0,65 bei Hochseetörns (durchgehender Autopilot, Kühlbox, AIS, wechselnde Crews).
- Faktor 0,55 bei saisonalem Liegen (durchgehende Kühlbox, Beleuchtung, Laptop, weniger Navigation).
Beispiel: Wenn Sie 145 Ah Bruttoverbrauch addieren, multiplizieren Sie mit 0,7 (typischer Faktor) → tatsächlicher Bedarf ~100 Ah/24 h. Dieser 100 Ah müssen Sie decken, nicht die 145 Ah brutto.
Schritt 3 — Sicherheitsmarge für raue See und Bewölkung
Die vorherige Berechnung gilt für typische Bedingungen. Die Realität umfasst atypische Tage:
- Rauhe See: Der Autopilot verbraucht 2–3× mehr, um den Kurs zu halten (permanente Ruderkorrektur). Für 20 % der Tage mit schwerem Wetter +50 % auf den Autopilot-Posten addieren.
- Hitzewelle im Mittelmeer: Die Kühlbox läuft 18–20 h/24 h statt 12–14 h. Für tropische und sommerliche Zonen +30 % auf den Kühlbox-Posten addieren.
- Mehrere Tage Bewölkung: Solarmodule liefern nur 0,2–0,4 ihrer Nennspitzenleistung. Wenn Ihre Dimensionierung auf 50 % Solaranteil setzt, planen Sie 3–5 Tage Autonomie ohne Sonne ein.
Werkstattregel: Den aus Schritt 2 resultierenden Bedarf um 25–35 % globale Sicherheitsmarge erhöhen. Aus unserem Beispiel 100 Ah/24 h → erhöhter Bedarf 130–135 Ah/24 h.
Schritt 4 — Nutzbare Entladetiefe (DoD)
Eine LiFePO4-Batterie verträgt technisch 100 % Entladung, aber handelsübliche Marine-BMS schalten typischerweise bei 90–95 % ab, um die Zyklenfestigkeit zu erhalten. Der Branchenstandard ist 80 % nutzbare DoD, der das Verhältnis Kapazität/Nutzungsdauer optimiert.
Die Berechnung ist einfach: Bruttokapazität = erhöhter Bedarf ÷ 0,8.
Aus unserem Beispiel: 130 Ah/24 h ÷ 0,8 = Bruttokapazität 162 Ah. Sie kaufen daher 175–200 Ah brutto, um nach Sicherheitsmarge und Entladetiefe 130 Ah nutzbar zu haben.
Schritt 5 — Endkapazität und Produktauswahl
Mit der berechneten Bruttokapazität die passende Batterie-Kombination auswählen. Einige Regeln:
- 12 V ist der Standard für Segelyachten. Ab 400 Ah brutto 24-V-Systeme in Betracht ziehen (geringere Kabelverluste, kleinere Querschnitte).
- Bevorzugen Sie 1–2 große Batterien statt 4–6 kleine. Weniger Verbindungen = weniger Ausfallpunkte.
- Vor der Bestellung Gewicht und Abmessungen prüfen. Eine Victron 12 V 330 Ah Smart wiegt 45 kg.
Beispielrechnungen: 30-/40-/50-Fuß-Segelboot
Drei konkrete Workshop-Fälle mit Schritt-für-Schritt-Berechnungen. Bedingungen: Sommerliche Mittelmeerkreuzfahrt für 30 und 40 Fuß, Hochseetransat Atlantik für 50 Fuß.
30-Fuß-Segelboot — Wochenend- und 1–2-wöchige Sommerkreuzfahrt
- Bruttoverbrauch 24 h: Autopilot (0,5 A × 8 h) + Kühlbox (3,5 A × 14 h) + Display (1 A × 6 h) + VHF (0,3 A × 24 h) + LED + USB ≈ 65 Ah/24 h brutto
- Mit Gleichzeitigkeitsfaktor 0,75: 49 Ah/24 h real
- Mit Sicherheitsmarge +30 %: 64 Ah/24 h erhöhter Bedarf
- Bruttokapazität (DoD 80 %): 80 Ah
- Werkstattlösung: 1 × Victron SuperPack 12 V 100 Ah oder 2 × Smart 12 V 200 Ah bei geteiltem Motor- und Service-Bordnetz
- Budget (Pack + BMS + Zubehör): 1.500–2.500 € zzgl. MwSt. installiert
40-Fuß-Segelboot — 2–4-wöchige Sommerkreuzfahrt + Küstenfahrten
- Bruttoverbrauch 24 h: Autopilot (2 A × 16 h) + Kühlbox (4 A × 16 h) + 2 Displays (1,5 A × 10 h) + VHF/AIS (0,3 A × 24 h) + Starlink (3 A × 12 h) + LED + Laptop ≈ 145 Ah/24 h brutto
- Mit Gleichzeitigkeitsfaktor 0,7: 102 Ah/24 h real
- Mit Sicherheitsmarge +30 %: 133 Ah/24 h erhöhter Bedarf
- Bruttokapazität (DoD 80 %): 167 Ah
- Werkstattlösung: 1 × Victron Smart 12 V 200 Ah (1.183 €) bei fehlendem Elektromotor oder 1 × Victron 12 V 330 Ah (1.765 €) für komfortablere Marge mit gelegentlichem Wechselrichter AC
- Budget (Pack + BMS + Zubehör): 3.500–5.500 € zzgl. MwSt. installiert
50-Fuß-Segelboot — Atlantik-Transat + Hochseekreuzfahrt
- Bruttoverbrauch 24 h: durchgehender Autopilot bei rauer See (4 A × 24 h) + Kühlbox + Gefrierfach (5 A × 18 h) + 3 Displays (1,5 A × 18 h) + VHF/AIS + Starlink + Navi-Laptop + Entsalzer (8 A × 2 h) ≈ 270 Ah/24 h brutto
- Mit Gleichzeitigkeitsfaktor 0,65: 175 Ah/24 h real
- Mit Sicherheitsmarge +35 %: 236 Ah/24 h erhöhter Bedarf
- Bruttokapazität (DoD 80 %): 295 Ah
- Werkstattlösung: 1 × MG Energy 24 V 304 Ah (2.990 €) oder 2 × Victron 24 V 200 Ah Smart-a parallel (4.526 €)
- Budget (Pack + BMS + Zubehör): 6.500–9.000 € zzgl. MwSt. installiert
Umrechnung Blei- → LiFePO4-Batterie: Praktische Faustregel
Wenn Sie ein vorhandenes Blei-Bordnetz ersetzen, das Ihnen zufriedenstellt, berechnen Sie nicht die äquivalente Bruttokapazität. LiFePO4 wird anders genutzt.
- Blei (AGM/Gel): Empfohlene DoD max. 50 % (darüber sinkt die Zyklenfestigkeit auf ¼).
- LiFePO4: Standard-DoD 80 %, also 1,6× mehr nutzbare Kapazität pro Ah brutto.
Werkstattregel: Multiplizieren Sie die Blei-Bruttokapazität mit 0,65–0,75, um die äquivalente LiFePO4-Kapazität zu erhalten. Beispiel: 300 Ah AGM (150 Ah nutzbar bei 50 % DoD) → 200 Ah LiFePO4 (160 Ah nutzbar bei 80 % DoD).
Wichtig: Blei- und LiFePO4-Batterien niemals parallel oder in Reihe mischen. Unterschiedliche Ladespannungen und Profile führen zu Überladung der LiFePO4-Batterie und Sulfatierung der Blei-Batterie — Ausfallrisiko.
5 Werkstattfallen, die es zu vermeiden gilt
Dimensionierungsfehler — im Workshop beobachtet
- Nach worst case dimensionieren. „Was, wenn ich im Liegen einen 230-V-Wasserkocher betreiben will...“ → Sie landen bei 800 Ah, von denen Sie vielleicht nur 200 Ah nutzen. Direkte Kosten: +3.500 € + 60 kg Gewicht. Besser typischen Bedarf + Sicherheitsmarge dimensionieren.
- Anlassstromspitze des Motors ignorieren. Der Anlasser zieht 200–400 A für 2–3 Sekunden. Viele LiFePO4-BMS schalten bei 200 A Dauerlast ab, sodass der Motor nicht über das Service-Bordnetz gestartet werden kann. Lösung: Separate Blei-Anlassbatterie (40–80 Ah AGM reichen) + DC-DC-Wandler zur Ladung aus dem LiFePO4-Bordnetz.
- Selbstentladung des BMS vergessen. Marine-BMS verbrauchen 0,3–1 A Dauerstrom für Elektronik (Sensoren, Kommunikation, Zellbalancierung). Bei 30 Tagen ohne Ladung sind das 7–25 Ah Verlust. Bei Langzeitliegern einplanen.
- Kompatibilität des Generators nicht prüfen. Ein Standard-Generator mit 80 A hält nicht lange durch, wenn die LiFePO4-Batterie 100 A nachlädt. Siehe Artikel zu Plug & Play für DC-DC-Lösungen oder externe Regler.
- „Aufrunden auf ganze Einheiten“ kaufen, ohne die Schachtmaße zu prüfen. Eine Victron Smart 12 V 200 Ah misst 197 × 410 × 321 mm. Passt Ihr Schacht 180 × 400 × 300 mm? Nein. Immer vor der Bestellung messen.
FAQ — Dimensionierung LiFePO4-Batterie für Segelyacht
Wie messe ich meinen tatsächlichen Verbrauch vor der Dimensionierung?
Einen Batteriemonitor wie den Victron BMV-712 Smart (215 €) mit 500-A-Shunt am negativen Batteriepol installieren. 1–2 Wochen unter typischen Bedingungen segeln. Den durchschnittlichen 24-h-Verbrauch in der VictronConnect-App (Historie) ablesen. Dies ist die zuverlässigste Methode, da sie alle echten Verbraucher erfasst, auch die, die man auf Papier vergisst (USB-Ladegeräte, die stecken bleiben, Kabelverluste etc.). Werkstattaufwand: ca. 1 Stunde.
12 V oder 24 V für mein Segelboot?
12 V bis 350 Ah brutto Bedarf. 24 V ab 400 Ah brutto oder bei Elektroantrieb. 24 V reduziert Kabelverluste (Strom halbiert sich bei gleicher Leistung), erfordert aber DC-DC-Wandler für NMEA-2000-Geräte, Standard-Kühlboxen und Displays. Der Victron Orion-Tr 24/12-20A isoliert (171 €) übernimmt diese Umwandlung. Ab 600 Ah brutto wird 48 V relevant (Yachten, Polarexpeditionen).
Brauche ich eine separate Anlassbatterie?
Ja in 95 % der Fälle. Der Dieselmotor-Anlasser zieht kurzfristig Ströme (200–400 A), die oft über der Dauerlastfähigkeit des LiFePO4-BMS für Servicezwecke liegen. Standardlösung: 1 separate Blei-Anlassbatterie (40–80 Ah AGM, 80–150 €), die über einen isolierten DC-DC-Wandler aus dem LiFePO4-Bordnetz nachgeladen wird. Diese Redundanz schützt auch bei BMS-Ausfall — Sie können den Motor immer starten.
Welche Solarfläche für welche LiFePO4-Kapazität?
Werkstattregel: 1 Wp Solarmodul pro 1 Ah Bruttokapazität der LiFePO4-Batterie bei sommerlicher Kreuzfahrt. Also 200 Wp Minimum für 200 Ah, 400 Wp für 400 Ah. Mit einem Victron SmartSolar MPPT 100/30 (137 €) und einem 140-W-Victron-Panel werden in der Mittelmeerregion Juni–August 50–80 Ah/24 h erzeugt. Bei Hochseetörns ohne tägliche Motorladung verdoppeln.
Wie lange hält meine LiFePO4-Batterie?
Bei 80 % nutzbarer DoD im typischen Kreuzereinsatz (200–300 Zyklen/Jahr) rechnen Sie mit 15–20 Jahren bei Victron (5.000 Zyklen laut Datenblatt), 12–15 Jahren bei Mastervolt (4.000 Zyklen), 20–25 Jahren bei MG Energy (8.000 Zyklen). Bei intensivem Hochseeeinsatz (400–500 Zyklen/Jahr) halbieren Sie diese Werte. Der Hauptfaktor für verkürzte Lebensdauer: Hitze. Zelle bei konstant 45 °C = –40 % Zyklenfestigkeit gegenüber 25 °C. Belüftung des Batterieraums ist unverzichtbar.
Kann ich später eine zusätzliche LiFePO4-Batterie hinzufügen, um die Kapazität zu erweitern?
Ja in den ersten 6–12 Monaten, danach wird es kompliziert. LiFePO4-Zellen werden ab Werk auf exakte Eigenschaften abgeglichen (tatsächliche Kapazität, Innenwiderstand). Eine neue Zelle parallel zu einer 2 Jahre alten Zelle führt zu permanentem Ungleichgewicht, reduziert die nutzbare Kapazität und belastet das BMS. Bei geplanter Erweiterung von Anfang an die maximale Kapazität kaufen — bei einigen Marken (MG Energy) sind später Erweiterungs-Kits möglich.
Welcher Kabelquerschnitt zwischen Batterie und Schalttafel?
Standardberechnung: 1 mm² Kupfer für 5 A Dauerlast bei 12 V, mit Marge. Bei 200 A Dauerlast (Ausgang Lynx Smart 500) Kabel mit 35–50 mm² verwenden. Die Länge spielt ebenfalls eine Rolle: 1 m = 50 mm², 2 m = 70 mm². Der Spannungsabfall muss unter 3 % zwischen Batterie und Sicherung bleiben. Für Lynx-Verteilungen zentralisiert der Lynx-Distributor 1000 DC (226 €) die Abgänge sauber mit M8-Bussschienen.
Skysat vertreibt die Marken Victron Energy, Mastervolt und MG Energy Systems seit 2018. Diese Dimensionierungsmethode wenden wir systematisch bei den 25–35 jährlichen Energie-Umrüstungen von Segelyachten in unserer Werkstatt an. Die Verbrauchswerte stammen aus Shunt-Messungen an über 80 Segelyachten zwischen 2022 und 2026. Preise zzgl. MwSt. 2026, ohne Kabel und ohne Werkstatt-Arbeitszeit.

